Alkohol ist das älteste bekannte trinkbare Genussmittel der Welt, noch vor Kaffee. Erste Dokumente reichen zurück bis etwa 3.000-4.000 vor Christus. Viele Hochkulturen wie die Römer, die Griechen oder die Ägypter liebten ihn in Form von Wein und Bier. Der Begriff ‘al-kuhl‘ stammt übrigens aus dem arabischen Raum und bedeutet frei übersetzt so viel wie feine, reine Essenz.

Während bereits um das Jahr 1.000 in Apotheken und Klöstern in Süditalien mit der Herstellung von Spirituosen experimentiert wurde, so gilt jedoch das Jahr 1167 als Geburtsstunde der Spirituose, in der die erste dokumentierte Destillation von Wein in Salerno stattfand. Der verantwortliche Arzt bezeichnete seinen destillierten Alkohol als besonders wertvolle Medizin und ‘Aqua vitae‘, also als Wasser des Lebens. Während Spirituosen zunächst ausschließlich als Heilmittel oder für die Körperpflege genutzt wurde, setzte es sich im 15. Jahrhundert auch als Genussmittel durch.

Die erste schriftlich festgehaltene Destillation von Korn stammt aus dem Jahr 1507. Im selben Jahrhundert entwickelte sich das Brennen von Korn dann auch schon zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor. Aber erst nachdem das Brennen Anfang des 19. Jahrhunderts allgemein freigegeben wurde, entstanden in Deutschland viele Korn- und Kartoffelbrennereien. Da die Destillation von Kartoffeln jedoch weitaus günstiger war, panschten viele Brenner ihren Korn mit Kartoffelbrand. Um solchen Verunreinigungen entgegenzutreten und die Qualität zu sichern, trat dann 1909 das deutschlandweite Reinheitsgebot für Korn in Kraft. Demnach dürfen für die Destillation eines Getreidebrandes ausschließlich Getreidesorten (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Buchweizen), Hefe und Wasser genutzt werden. Weitere Stoffe, Aromen und Geschmackszugaben sind im Gegensatz zu vielen anderen Spirituosen nicht zulässig. Dieses Reinheitsgebot gilt bis heute und macht Korn zu der reinsten und wohl bekömmlichsten Spirituose überhaupt.

Noch bis vor wenigen Monaten galt in Deutschland das 1919 in Kraft getretene Branntweinmonopolgesetz. Neben der Generierung von Steuereinnahmen, war es damals das Ziel die unkontrollierte Herstellung von Branntwein durch staatlich definierte Zuteilungen von Brennrechten und festen Kontingenten zu regulieren. Erst Anfang letzten Jahres, also 2018 wurde das staatliche Branntweinmonopol abgeschafft. Leider mussten seitdem viele Kleinbrennereien schließen, da sie nicht mehr mit garantierten Abnahmemengen vom Staat beauftrag wurden. Andererseits öffnet diese Entscheidung auch die Möglichkeit für neue, innovative Spirituosenangebote.

Korn darf nur als solcher bezeichnet werden, wenn er nach dem oben besprochenen Reinheitsgebot und ausschließlich aus regionalen Rohstoffen innerhalb von Deutschland, Österreich oder Belgien destilliert wurde. Klassischer Korn hat einen Alkoholgehalt von 32% vol. Ab einem Alkoholgehalt von 37,5 % vol. spricht man von einem Kornbrand, ab 38% vol. darf er als Doppelkorn bezeichnet werden. Muss man aber auch nicht. So heisst unser deicht einfach ”Emmerkorn“ mit Herz.

Der ursprünglich aus Polen oder Russland stammende Vodka wird heutzutage nur noch selten aus Kartoffeln hergestellt, sondern genau wie Korn aus Getreide. Auch wenn wir es nicht immer gerne zugeben, damit ist jeder Korn auch stets ein Vodka, aber niemals umgekehrt (siehe Erklärung oben). Es gibt nämlich auch Unterschiede. Während Vodka häufig gefiltert wird, um eine geschmacklose Spirituose zu erhalten, destillieren wir unseren deicht zwar mehrfach, aber wir filtern ihn lediglich einmal, um möglichst viel von dem natürlichen Geschmack beizubehalten. Erst dadurch behält deicht seinen süßen Geschmack und die leicht vanillige Note.

Korn hatte lange ein schlechtes und verstaubtes Image, leider auch durch viele Angebote mit schlechter Qualität. Aber handwerklich gut destilliert und mit den besten, natürlichen Rohstoffen, ist es die reinste Spirituose, die man trinken kann. Gerade durch ein deutlich stärkeres Bewusstsein für Ernährung und Genuss, aber auch wegen seiner langen Tradition und durch die neuen Variationen gewinnt Korn wieder zunehmend an Beliebtheit und gilt bereits als DER neue Trend auf dem Spirituosenmarkt.