Bevor unser Emmer gemahlen und anschließend destilliert werden kann, muss er zunächst entspelzt, also von seiner Schale befreit und gereinigt werden. Der gemahlene Emmer und die gemälzte Gerste werden dann mit Wasser zu einer Maische verarbeitet und in den anschließenden 3 bis 4 Tagen mit Hefe zu Alkohol vergoren.

Erst im Anschluss daran kann die eigentliche Destillation beginnen, also das thermische Trennverfahren, um die ungenießbaren Fuselalkohole von dem trinkbaren Alkohol, dem Ethanol, zu trennen. Wir führen dabei ein sogenanntes „zweistufiges, diskontinuierliches Kolonnen Verfahren“ (column still) durch. Das bedeutet, dass wir einen abgeschlossenen Brennvorgang (batch) haben und bei der Destillation mit einer bzw. in unserem Fall zwei Kolonnen arbeiten.

In unserem ersten Brennvorgang wird durch das Erhitzen der Maische, der Rohalkohol von der Maische getrennt. Dies geschieht, weil der trinkbare Alkohol aufgrund der verschiedenen Siedetemperaturen, in Form von Dampf aufsteigt und wieder kondensiert. Über 20 übereinanderliegende Destillationsböden gelaufen, entsteht so zunächst unser etwa 85% vol. Rohdestillat.

Das Rohdestillat wird dann mit Wasser gemischt und für den zweiten, sehr fein abgestimmten Brennvorgang genutzt. Dabei werden Fuselalkohole getrennt und der gewünschte elegante Charakter von deicht erreicht. Wichtig dabei ist, dass man die Temperatur nur langsam und schrittweise erhöht, um den sogenannten Vorlauf, also die früh siedenden, teils giftigen Stoffe (Methanol, Acetaldehyd und Aceton) gut abtrennen zu können und gleichzeitig nicht zu viele der leicht flüchtigen Aromastoffe zu verlieren. Bei höherer Siedetemperatur, also bei etwa 78°C, siedet dann der gute, trinkbare Alkohol (Ethanol), unser Herzstück. Bei einer weiteren Steigerung der Temperatur entsteht dann am Ende des Brennprozesses der Nachlauf mit den unangenehm riechenden Fuselölen (Propanol, Butanol, Hexanol, usw.).

Wir überwachen diesen Prozess sehr aufmerksam und nehmen kontinuierlich Qualitätskontrollen um jeder Zeit Einfluss auf die Qualität nehmen zu können. Durch das großzügige Abtrennen von Vor- und Nachlauf haben wir zwar größere Verluste, aber man schmeckt die Qualität mit jedem Schluck. Und ihr erinnert Euch sicherlich – Emmerkorn „mit Herz“. Nicht nur, weil das Herz unser Logo ziert und wir alles selbst machen, sondern tatsächlich auch, weil in jeder Flasche Emmerkorn wirklich nur das Beste der Destillation, das Herzstück, steckt. Damit sind nach dem Genuss von deicht, Kopfschmerzen am nächsten Morgen auch kein Thema mehr.

Nachdem das Rohdestillat dann in der Feinbrandkolonne über 45 weitere übereinanderliegende Destillationsböden gelaufen ist, erhalten wir ein ca. 95% vol. Feindestillat. Dieses wird mit dem Trinkwasser aus dem hofeigenen Brunnen langsam und schrittweise auf die Trinkstärke von 40% vol. runtergesetzt. Im Anschluss daran wird unser Destillat noch einmal gefiltert, um unerwünschte Schwebestoffe zu entfernen. Dabei ist wichtig zu wissen, dass die Destillation, also der oben beschriebene thermische Trennprozess, die Qualität der Spirituose erhöht. Filtration hingehen verbessert nicht die Qualität, es eliminiert letztendlich nur den Geschmack. Lasst Euch also nicht von gewieften Marketing Leuten von X-maliger Filtration über Diamanten hinters Licht führen 😉

Erst dieser aufwendige, zweimalige Brennprozess und die dabei insgesamt 65-fache Destillation machen unseren Emmerkorn zu einem besonders reinen und milden Genuss. Und um diesen ursprünglichen und natürlich Geschmack nicht zu verfälschen, haben wir uns auch dazu entschieden, deicht im Anschluss nicht in Holzfässern zu lagern.